Verabschiedung unserer Schulleiterin Hiltrud Kneuer

(Fotos: Wolf Hansen)

Am Freitag, den 27.01.2017 wurde unsere Schulleiterin Hiltrud Kneuer offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In der Aula der Schule auf der Veddel fand die feierliche Abschiedsfeier mit vielen Gästen – langjährigen Wegbegleitern, Vertretern der Schulbehörde, Kooperationspartnern, Kollegium und Freunden statt.

1989 wurde Frau Kneuer an der Schule Slomanstieg, die nun Schule auf der Veddel heißt, eingestellt. Im Sommer 1997 übernahm sie die Aufgaben der stellvertretenden Schulleiterin. Seit 2002 leitete sie die Schule als Schulleiterin.
Die Schule auf der Veddel liegt in einem der sozialen Brennpunkte Hamburgs. Unter dem Motto „Keiner soll verloren gehen“ setzte sie sich mit großem und unermüdlichem Engagement für die Bildungschancen der Kinder auf der Veddel und Umgebung ein und brachte trotz vieler Hürden und Stolpersteine schließlich die Einrichtung einer Stadtteilschule auf der Veddel auf den Weg. Es war ihr Verdienst, die Schule als „Quartiersschule“ zu etablieren.

Ein besonderes Augenmerk legte Frau Kneuer auf die Vermittlung der SchülerInnen in Ausbildung. Durch die wirksame Unterstützung der Aurubis AG und anderer Kooperationspartner gelang und gelingt es noch immer, die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen in unseren Praxisklassen zu erhöhen. Über 70 % dieser Jugendlichen erhalten nun einen Ausbildungsplatz auf dem regulären Arbeitsmarkt – eine Erfolgsquote, die nur durch die Vernetzung mit der Wirtschaft zu erreichen und in Hamburg einmalig ist.

In ihrer Abschiedsrede bezog sich Frau Kneuer auf ein afrikanisches Sprichwort:
Um ein einziges Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Für die Veddel hat sie es modifiziert: „Für die Erziehung eines Kindes braucht es eine ganze Insel.“ In diesem Sinne agiere unsere Schulgemeinschaft – alle unterstützen nach Kräften und mit großen Vertrauen. Möge die Insel diesen Erziehungsauftrag weiterführen.

Von der Insel über das Frankenland – die gebürtige Fränkin in ihr ließ sich nun doch nicht mehr verbergen – in die Welt:

Für den Ruhestand hat sich Hiltrud Kneuer noch viele Wünsche und Möglichkeiten der Bewegung und Begegnung offengelassen.
Sie selber hat für ihren nächsten Lebensabschnitt ein Zitat aus Hermann Hesses Stufen gewählt:

„Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten!“

Denen, die weiterhin im aktiven Dienst tätig sind, gibt Hiltrud Kneuer einen weiteren Ausspruch von Hesse zur Ermutigung mit:

„Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen:
Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.
Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß, und die Geduld gibt Ruhe.“

In Hamburg sagt man Tschüss – die Franken sagen Ade!