Alle Beiträge von kgerecke

Der Sprung an die Uni

Vom Hauptschüler zum Akademiker

Das Hamburger Abendblatt berichtete am 27.05.17 über diese besondere Erfolgsgeschichte und über die Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft.

Herzlichen Dank dafür, dass wir den Artikel von Katharina Gessler veröffentlichen dürfen:

Bulut Surat, ehemaliger Schüler der Schule Slomanstieg (heute Schule auf der Veddel)  schaffte den Sprung an die Uni nach einem außergewöhnlichen Betriebspraktikum bei Aurubis

„Was für eine Karriere: Als Teenager sah es für Bulut Surat eher düster aus. Mit 15 hatte er zwar einen Hauptschulabschluss, aber Null Chance auf einen Ausbildungsplatz. Heute, zehn Jahre später, ist er Akademiker. Er studiert Sozialökonomie an der Uni Hamburg,
ist Stipendiat im Begabtenförderprogramm der Hans-Böckler Stiftung und hat seinen Bachelor bereits in der Tasche.
Voraussichtlich ab dem kommenden Wintersemester wird er noch ein Master-Studium dranhängen. Dass er es soweit gebracht hat, verdankt er einer Kooperation zwischen Aurubis, Deutschlands
größter Kupferhütte, und der Schule auf der Veddel: 9-Plus hieß das Pilotprojekt, das 2007 startete und bis heute eine Erfolgsgeschichte ist.

„Ich habe den Eindruck, dass man es als Ausländer schwerer hat“, sagt Bulut Surat damals. Aus ihm sprach der blanke Frust. Den sein deutscher Freund hatte zwar einen viel schlechteren
Hauptschulabschluss hingelegt als er. Doch der Zuschlag für einen Ausbildungsplatz ging trotzdem an ihn. Als er dann von der Möglichkeit erfuhr, ein Jahr lang ein Berufspraktikum bei Aurubis (damals noch Norddeutsche Affinerie) zu machen, hat er die Chance gleich beim Schopf gepackt. „Das hat alles verändert“, sagt er heute.

Mit dem Praktikum begann Bulut Surats ganz persönliche Erfolgsgeschichte. Die Möglichkeiten, die sich ihm mit einem Mal boten, haben bei ihm offensichtlich die Lust auf mehr gefördert. Und sein Potenzial wurde erkannt. Surat bekam nach dem Praktikum einen Ausbildungsvertrag zum Verfahrensmechaniker, wurde 2011 sogar Azubi des Jahres, Sonderpreis Integration. Er selbst beschreibt seine Wandlung so:
„Mit 15 nimmt man ja das Leben noch nicht ganz so ernst, im Praktikum habe ich dann einen guten Eindruck davon bekommen, was im Berufsleben zählt.“

Jedenfalls ist der junge Mann mit den türkischen Wurzeln seither seinen Weg ohne weitere Umwege gegangen. Er führte ihn schnell und zielgerichtet auch zur Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), wo er schon bald zum Jugend- und Ausbildungs-referent aufstieg. Auch diese Fortbildungen und Seminare, die er als Gewerkschafter absolvierten, hätten ihm den Rücken gestärkt, sagt Bulut Surat rückblickend. Der Sprung an die Uni, der ihm Jahre zuvor noch wie der sprichwörtliche Griff nach den Sternen erschienen wäre, kam nun als logische Konsequenz einer in sich stimmigen Karriereplanung daher. Mit dem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung im Rücken ging es an die Uni Hamburg: Der Studiengang Sozialökonomie steht hier auch Menschen offen, die kein Abitur haben – vorausgesetzt, sie bestehen einen
entsprechenden Einstufungs- und Eignungstest. Bulut Surat bestand ihn.

Insgesamt 120 junge Menschen haben in den vergangenen zehn Jahren das 9- beziehungsweise 10-Plus Programm durchlaufen. Sie alle hatten, wie damals Bulut Surat, zwar den Ersten Schulabschluss in der Tasche, aber keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Während des einjährigen Berufspraktikums werden sie jeweils an drei Tagen in der Woche bei der Aurubis und an zwei Tagen in der Schule am Slomanstieg qualifiziert. Immerhin: Für 70 Prozent der
Praktikanten war das der Einstieg in eine anschließende Ausbildung bei Aurubis.

Der Erfolg des Modell ist nach Ansicht des Unternehmens darin begründet, dass durch die enge Verzahnung mit der Schule auf der Veddel und Aurubis ein vertrauensvoller, regelmäßiger Austausch gegeben ist – mit Elternabenden, Seminaren und kontinuierlichem Erfahrungsaustausch:
„Durch das Jahrespraktikum ergibt sich eine intensive Auseinander-setzung mit der Berufwelt und dem angestrebten Beruf.“ 10-Plus sei keine Warteschleife, heißt es weiter, sondern die zielgerichtete praktische Erarbeitung der Ausbildungsreife. Ausgezeichnet ist das Modell inzwischen auch, und zwar mit dem Schulmerkur, von der Hamburger Wirtschaft, vergeben im Zusammenhang mit einem Wettbewerb über innovative Zusammenarbeit von Unternehmen und Schule.

Ausgezeichnet, das sind längst auch die Perspektiven von Bulut Surat, davon ist der 25-Jährige, der später im Personalmanagement arbeiten möchte, überzeugt. Und das auf allen Ebenen:
Ende vergangenen Jahres läuteten für ihn die Hochzeitsglocken, im Februar kam seine Tochter zur Welt.

 

 

 

 

TERMINE

Termine und Veranstaltungen

MAI 2017
22.05. – 26.05.17 Maiferien
27.05. – 26.06.17 Ramadan
JUNI 2017
05.06.17 schulfrei: Pfingstmontag
08.06.17 8.00 Uhr: ESA-Prüfung Mathematik mündlich
13.06.17 8.00 Uhr: ESA-Prüfung Englisch mündlich, Kl. 9a
14.06.17 8.00 Uhr: ESA-Prüfung Englisch mündlich, Kl. 9b
ab 14.06.17 Zeugniskonferenzen
15.06. – 16.06.17
Vorbereitung PoP-Prüfung (praxisorientierte Prüfung)
19.06. – 23.06.17 Klassenfahrt Jahrgang 9 nach Lissabon
19.06.17 8.00 Uhr: MSA-Prüfung Englisch mündlich
20.06.17 Info-Elternabend künftige 5.Klassen
21.06.17 8.00 Uhr: MSA-Prüfung Mathe mündlich
23.06.17 8.00 Uhr: MSA-Prüfung Deutsch mündlich
26.06. – 28.06.17 Vorbereitung PoP-Prüfung (praxisorientierte Prüfung)
27.06.17 15.00 Uhr: Zeugniskonferenz 10a
29.06.17 PoP-Prüfung Jahrgang 9
30.06.17 12.00  Uhr: Zeugniskonferenzen 9a und 9b
JULI 2017
06.07.17 Sommerfest der Schule auf der Veddel
17.07.17 17.00 Uhr: Verabschiedung der SekI-Klassen
18.07.17 12.00 Uhr: Verabschiedung der 4.Klassen
18.07.17 Ausgabe der Zeugniskopien
19.07.17 letzter Schultag
20.07. – 30.08.17 Sommerferien
AUGUST 2017
31.08.17 erster Schultag nach den Ferien – 8.00 Uhr Unterrichtsbeginn

Forscherwoche 2017

Vom 03.04. bis 07.04.17 fand unsere diesjährige Forscherwoche zum Thema „Licht – sehen – Farben“ statt.

In verschiedenen Projekten in der Grundschule und der SekI wurde experimentiert, entdeckt, recherchiert und gestaltet – mit tollen Ergebnissen. Die Präsentation fand am letzten Tag der Forscherwoche in der Aula unserer Schule statt. Alle Beteiligten und unsere Gäste waren sich einig: Es war eine gelungene Veranstaltung, auf der es viel zum Entdecken, Ausprobieren und Anschauen  gab.

In diesem Jahr haben uns die 3.Klassen mit ihrem Planetenprojekt überzeugt. Die Schülerinnen und Schüler durften unsere Schule auf dem zentralen Forschertag im Bürgerhaus Wilhelmsburg vertreten.

In der SekI wurden die 6.Klassen mit ihrer Präsentation zu den optischen Täuschungen als Gewinner ausgewählt.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !

Einen Einblick in die Arbeit während der Forscherwoche und Bilder des Präsentationstages gibt es hier in der Galerie:

© Schule auf der Veddel und Wolf Hansen

Musikprojekt mit dem ensemble reflektor

Am Montagvormittag, den 03.04.2017 werden die Mitglieder des ensemble reflektor, Neuntklässler der Schule auf der Veddel sowie Drittklässer der Katharinenschule in der Hafencity ein Gewaltiges Experiment in fünf Akten entwickeln und aufführen. Diese Musikvermittlungsaktion mit dem Titel GEWALTAKT_MUVE ist eingebettet in das Orchesterprogramm. Das Mitwirken in heterogenen Gruppen soll als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Die SchülerInnen werden in vier Teams eingeteilt und entwickeln auf Grundlage der vorgegebenen Orchesterstelle, des Schlüsselwortes zum Thema Gewalt sowie musikalischen Materials einen Akt des Stückes.

Ziel ist es, das Thema Gewalt zu diskutieren und in Konsequenz künstlerisch auszudrücken.
Anstelle von undifferenzierter Wertung von Musik soll diese als Material zur Auseinandersetzung genutzt werden. Aufkeimende Emotionen sollen individuell ausgedrückt anstatt unterdrückt werden.

(Text und Foto: ensemble reflektor)

 

Mehr über ensemble reflektor, das aktuelle Projekt und die nächsten Auftrittstermine gibt es in der Pressemitteilung:

Pressemitteilung_ensemble_reflector

 

Helau! Fasching in der Grundschule

Fasching 2017

Spiderman, Prinzessin, Engel, Tiger, Clown, … und viele weitere Kostüme kamen am Rosenmontag zum Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschulklassen feierten in der Aula ein fröhlich-buntes Faschingsfest.

Vielen Dank an die Klasse 8, die sich zu diesem Anlass mit verschiedenen Spiele und Aktionen für die Grundschulkinder engagiert hat!

Fotos gibt es hier:

Verabschiedung unserer Schulleiterin Hiltrud Kneuer

(Fotos: Wolf Hansen)

Am Freitag, den 27.01.2017 wurde unsere Schulleiterin Hiltrud Kneuer offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In der Aula der Schule auf der Veddel fand die feierliche Abschiedsfeier mit vielen Gästen – langjährigen Wegbegleitern, Vertretern der Schulbehörde, Kooperationspartnern, Kollegium und Freunden statt.

1989 wurde Frau Kneuer an der Schule Slomanstieg, die nun Schule auf der Veddel heißt, eingestellt. Im Sommer 1997 übernahm sie die Aufgaben der stellvertretenden Schulleiterin. Seit 2002 leitete sie die Schule als Schulleiterin.
Die Schule auf der Veddel liegt in einem der sozialen Brennpunkte Hamburgs. Unter dem Motto „Keiner soll verloren gehen“ setzte sie sich mit großem und unermüdlichem Engagement für die Bildungschancen der Kinder auf der Veddel und Umgebung ein und brachte trotz vieler Hürden und Stolpersteine schließlich die Einrichtung einer Stadtteilschule auf der Veddel auf den Weg. Es war ihr Verdienst, die Schule als „Quartiersschule“ zu etablieren.

Ein besonderes Augenmerk legte Frau Kneuer auf die Vermittlung der SchülerInnen in Ausbildung. Durch die wirksame Unterstützung der Aurubis AG und anderer Kooperationspartner gelang und gelingt es noch immer, die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen in unseren Praxisklassen zu erhöhen. Über 70 % dieser Jugendlichen erhalten nun einen Ausbildungsplatz auf dem regulären Arbeitsmarkt – eine Erfolgsquote, die nur durch die Vernetzung mit der Wirtschaft zu erreichen und in Hamburg einmalig ist.

In ihrer Abschiedsrede bezog sich Frau Kneuer auf ein afrikanisches Sprichwort:
Um ein einziges Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Für die Veddel hat sie es modifiziert: „Für die Erziehung eines Kindes braucht es eine ganze Insel.“ In diesem Sinne agiere unsere Schulgemeinschaft – alle unterstützen nach Kräften und mit großen Vertrauen. Möge die Insel diesen Erziehungsauftrag weiterführen.

Von der Insel über das Frankenland – die gebürtige Fränkin in ihr ließ sich nun doch nicht mehr verbergen – in die Welt:

Für den Ruhestand hat sich Hiltrud Kneuer noch viele Wünsche und Möglichkeiten der Bewegung und Begegnung offengelassen.
Sie selber hat für ihren nächsten Lebensabschnitt ein Zitat aus Hermann Hesses Stufen gewählt:

„Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten!“

Denen, die weiterhin im aktiven Dienst tätig sind, gibt Hiltrud Kneuer einen weiteren Ausspruch von Hesse zur Ermutigung mit:

„Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen:
Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.
Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß, und die Geduld gibt Ruhe.“

In Hamburg sagt man Tschüss – die Franken sagen Ade!